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Polarfuchs (Kolumne)

L. von Albedyll

Polarforschung · 2021

doi:10.5194/polf-89-115-2021 (opens in a new tab)

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Abstract

Auf dünnem Eis -Der Polarfuchs am Nordpol Im Oktober 2020 haben viele Polarforschende mit Sorgenfalten im Gesicht das Meereis in der Arktis beobachtet -der Arktische Ozean fror vor allem in den sibirischen Randmeeren nicht wie gewohnt zu dieser Jahreszeit zu.Die Ausdehnung des Meereises war die niedrigste seit 41 Jahren, die je im Oktober gemessen wurde.Dass die Ausdehnung des Eises immer geringer wird, wissen wir schon länger.Aber wussten Sie, dass das verbliebene Eis auch immer dünner wird? 2 Ist die Abnahme der mittleren Eisdicke ein Problem?Ja, denn im Sommer schmilzt das dünne Eis viel schneller und früher.Der eisfreie Ozean nimmt dann über einen län-geren Zeitraum im Sommer die Energie der Sonne auf und gibt sie im Herbst und Winter wieder an die Atmosphäre ab.Das erwärmt die Luft und schwächt u.A. den Temperaturunterschied zwischen den polaren und den mittleren Breiten ab.Viele Forscher vermuten, dass das unser Wetter in den USA und in Europa verändert.Wenn der Temperaturunterschied schwächer wird, bewegt sich das Band aus Winden, das die warmen und kalten Luftmassen trennt, langsamer.Dadurch werden die Schleifen, in denen es sich bewegt, nach Norden und Süden größer.Das lässt den warmen und kalten Luftmassen mehr Zeit in die mittleren Breiten zu strömen und begünstigt Extremwetterereignisse bei uns, wie z.B.Kälteeinbrüche im Winter und Hitzewellen im Sommer.Dünneres Eis verändert aber auch den Lebensraum in der Arktis.Weniger Transport-, Jagd-und Ruhemöglichkeiten bedrohen die Lebensweise der indigenen Bevölkerung und den Bestand an großen Säugetieren wie Walrossen, Robben und Eisbären.Da durch das dünne Eis mehr Sonnenlicht unter das Eis gelangt, wird die Masse der Kleinstlebewesen, wie Algen und Phytoplankton, die auf, im und unter dem Eis leben, wahrscheinlich zunächst wachsen.Langfristig könnte der Rückgang des Eises aber auch dazu führen, dass die Kleinstlebewesen weniger Nährstoffe zur Verfügung haben und sich dadurch ihre Produktion verringert.Phytoplankton braucht als Pflanze beim Wachsen CO 2 .Deshalb ist eine spannende, aber noch ungeklärte Frage, ob die Arktis in der Zukunft der Atmosphäre mehr CO 2 entziehen oder an sie abgeben wird.3 Woher wissen wir, dass das Eis dünner wird?U-Boote und Satelliten messen wie tief das Eis ins Wasser eintaucht bzw.aus dem Wasser herausragt.Mit dem Prinzip von Archimedes und der Dichte von Meerwasser und Eis kann daraus die Gesamtdicke berechnet werden.Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Dicke per Flugzeug mit einem

Abstract licence: CC BY

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