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Heinz von Foerster (1911–2002). Eine Beobachtung

Raffaele De Giorgi

Rechtsgeschichte - Legal History · 2003

doi:10.12946/rg02/161-167 (opens in a new tab)

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Abstract

Von Einstein stammt der Satz, wissenschaftliche Theorien seien freie Schöpfungen des menschlichen Geistes.Eine Behauptung, die, plausibel gemacht durch einige neuere Ergebnisse der Physik, die jahrhundertelangen Bemühungen des westlichen Denkens um eine Theorie der Erkenntnis liquidierte.Im Hinblick auf jene Anstrengungen erschien Einsteins These paradox.Er selbst nämlich fragte sich mit einiger Verwunderung: Wenn das wahr ist, wie ist es dann möglich, dass man mittels Theorien und wissenschaftlicher Erklärungen das Universum begreifen kann?Das ist kein Paradox, antwortet Maturana: »Scientific explanations do not explain an independent world or universe; they explain the praxis of living (the domain of experience) of the observer, making use of the same operational coherences that constitute it in languaging«.Aus dieser Erklärung mag im Gegenteil das wahre Paradox der traditionellen dualistischen Konzeptionen des Erkennens hervorgehen: jener Konzeptionen, die im Ausgang von der naheliegenden Voraussetzung einer Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt, zwischen Innen und Außen, über Jahrhunderte hinweg daran gearbeitet hatten, die Differenz zu überwinden und zu zeigen, wo die Einheit jener Differenz ihren Ort hätte: im Subjekt oder im Objekt, innen oder außen, im Geist oder im Universum.Unmittelbar daran schließt Maturana eine zweite Überlegung an, eine Art Kommentar zum eben Gesagten, in Form einer Anmerkung, wie eine Notiz, die man für sich selbst anfertigt: »it is here«, schreibt er, »where science becomes poetry«.Dichtung?Dichtung repräsentiert nicht die Welt, ein Universum außerhalb ihrer selbst, sie beschreibt nicht, erklärt nicht.Dichtung konstruiert ihre Welt.Die in der Dichtung vorgestellten Bilder der Welt sind nicht Abbilder der Welt: Sie sind eine Welt der Bilder, mittels derer die Dichtung sich als Dichtung erschafft, eine Welt der Repräsentationen, welche die Dichtung aus sich durch sich selbst schafft.Diese Bilder sind nicht die Welt: Sie sind Dichtung.

Abstract licence: CC BY-NC-ND

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